Zertifizierte Zusatzqualifikation Traumapädagogik und Traumazentrierte Fachberatung
(nach den Richtlinien der DeGPT und BAG Traumapädagogik)
2011/2012
Zulassungsvoraussetzungen
Hochschul- und FachhochschulabsolventInnen mit psychologischen, pädagogischen und verwandten Abschlüssen, z. B. Dipl.-PsychologInnen und ÄrztInnen ohne psychotherapeutische Approbation, Dipl.-PädagogInnen, Dipl.-SozialarbeiterInnen und Dipl.-SozialpädagogInnen, Dipl.-HeilpädagogInnen, BeratungslehrerInnen, Dipl.-TheologInnen, Dipl.-SoziologInnen, oder analoge Abschlüsse (BA, MA), oder abgeschlossene Berufsausbildung (Fachschulen) sozialadministrativer, erzieherischer oder pflegerischer Berufe (insbesondere ErzieherInnen, Pflegefachkräfte, ErgotherapeutInnen, LogopädInnen) b) Gefordert ist des Weiteren eine mindestens dreijährige Berufserfahrung in einem relevanten Praxisfeld für alle Berufsgruppen
Dipl.-Psych. Gabriele Kluwe-Schleberger - Modul 1: Theoretische Grundlagen. (Einführung in die Psychotraumatologie/Pädagogik, Beratung, Therapie)
24 UE
Konzepte der Traumazentrierten Fachberatung: Berufspolitischer Hintergrund, Möglichkeiten und Grenzen von Tramapädagogik, traumazentrierter Fachberatung und traumazentrierter Psychotherapie; Abgrenzung dieser drei Bereich voneinander und anderen traumazentrierten Hilfen
Einführung in die Traumapädagogik: Geschichtliche Einführung; traumabezogenes Verhalten und daraus resultierende Alltagsphänomene; Nutzwert traumapädagogischer Ansätze im päd. Alltag; professionelle Handlungsstrategien; strukturelle Voraussetzungen; die pädagogische Triade Klient/Institution/Fachkraft
Begriff psychischer Traumatisierung: Geschichte des Traumakonzeptes; Traumadefinitionen nach ICD-10 und DSM-IV; primäre, sekundäre, tertiäre Traumata; singuläre vs. komplexe Traumata; akute vs. chronifizierte Traumata; spezifische Traumatisierungen wie Folter, sexuelle Gewalt, erzwungene Migration
Prozess psychischer Traumatisierung: Traumaverarbeitung im zeitlichen Längsschnitt (einschl. Schutz- und Risikofaktoren zur Unterstützung/Behinderung natürlicher Verarbeitungsprozesse)
Akute und chronische Folgen psychischer Traumatisierung (einschl. somatischer Auswirkungen)
Varianten psychotraumatischer Syndrome: Spektrum der Traumafolgeerkrankungen einschließlich Komorbiditäten; Epidemiologie; dissoziative Störungen
Physiologie psychischer Traumatisierung: Besonderheiten des Traumagedächtnisses; neurobiologische, neurophysiologische, neuroendokrinologische und neuroanatomische Aspekte
Kindheitstraumata: Folgen psychischer, speziell interpersoneller Traumatisierungen im Kindesalter; Überblick zu diagnostischen Möglichkeiten
Institutionelle Bedingungen traumaspezifischer Arbeit: z. B. Strukturen, Übergaberegeln, Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten, Krisenmanagement, Kooperationen
Phasen-Modell traumazentrierter Beratung und Therapie (Überblick): z. B. 1. Stabilisierungsphase, 2. Phase der Traumabearbeitung/-verarbeitung, 3. Integrationsphase
Aufbau der fachlichen Arbeit in Pädagogik, Beratung und Therapie:
- Beziehungsaufbau und -gestaltung unter besonderer Berücksichtigung traumaspezifischer Beziehungsdynamiken
- Traumaspezifische Anamnese (einschl. Ressourcenerhebung)
- Traumaspezifische Diagnostik (Probleme der Diagnostik; Überblick zu Diagnostikverfahren; spezielle Möglichkeiten der Erfassung psychotraumatischer Beeinträchtigungen für Berufsgruppen in pädagogischen und beraterischen Kontexten)
- Prozessplanung (bei akuter, singulärer und komplexer Traumatisierung) unter besonderer Berücksichtigung der Triade Klient/Institution/Fachkraft
- Selbstwahrnehmung – Selbstkontrolle – Selbstwirksamkeit als pädagogisches Grundprinzip der Förderplanung und Resilienzentwicklung
Basisstrategien traumazentrierter Beratung und Therapie bei akuten und komplexen Traumatisierungen
Überblick zu traumaspezifischen Behandlungsverfahren, u. a. Adaptierte verhaltenstherapeutische und psychodynamische Verfahren der Traumatherapie; EMDR; Imaginativ-hypnotherapeutische Techniken; Dialektisch-Behaviorale Therapie und Pharmakotherapie
Selbstfürsorge: Belastungsanalyse und Strategien der Entlastung
Dipl.-Psych. Gabriele Kluwe-Schleberger/Yvonne Bierbrauer - Modul 2: Stabilisierung
(32 UE)
Ebenen der Stabilisierung: körperlich, sozial, psychisch
1. Körperliche Stabilisierung: Basale Selbstfürsorge; Verbesserung, Verfeinerung der Sinneswahrnehmungen; einfache Entspannungstechniken; Techniken zur Körpersynchronisation und –integration
2. Soziale Stabilisierung: Schaffung einer sicheren Umgebung; Unterbrechung von Täterkontakt; Möglichkeiten finanzieller Unterstützung; Mobilisierung sozialer Ressourcen; Netzwerkarbeit; relevante juristische Bestimmungen im Zusammenhang psychischer Traumatisierung und landesspezifische Opferschutz-Gesetze
3. Psychische Stabilisierung und Affektregulation: A) Grundwissen zu: 1. Kognitiven Techniken, 2. imaginativ-hypnotherapeutischen Techniken und 3. DBT-Techniken.
B) Vertiefung (mit praktischer Einübung): Imaginativ-hypnotherapeutische Techniken mit Basisübungen zur Visualisierung und Externalisierung; Distanzierungs- und Kontrolltechniken; Selbstberuhigungs- und Selbsttröstungstechniken; Screentechnik zur Verstärkung und Verankerung real erlebter positiver Zustände
Voraussetzungen und Möglichkeiten interaktioneller Elemente der
Stabilisierung:
Erkennen und Reflexion eigener emotionaler Reaktionen und Handlungsmöglichkeiten unter Berücksichtigung traumaspezifischer Beziehungsdynamiken
Traumaspezifische Kriseninterventionen bei dissoziativen Zuständen, Angst- und Verzweiflungszuständen, selbstschädigendem und suizidalem Verhalten; Möglichkeiten und Indikationen zur Weiterverweisung
Dipl.-Psych. Gabriele Kluwe-Schleberger/Yvonne Bierbrauer - Modul 3: Traumaverarbeitung und Integration in Beratungskontexten
(8 UE)
Unterschiede der Traumaarbeit in Psychotherapie und Beratung einschl. Möglichkeiten und Grenzen psychotraumatologischer Beratungsprozesse und Indikationen für Weiterverweisung
Unterstützung/Begleitung natürlicher bzw. spontaner Traumaverarbeitungsprozesse: Distanzierungs- und Explikationstechniken; sozialarbeiterische und sozialpädagogische Interventionsstrategien
Begleitung im Prozess der Integration und Neuorientierung: Trauern und Abschiednehmen, Sinnfragen, Erwerb neuer Fertigkeiten
Yvonne Bierbrauer - Modul 4: Praxis und Reflexion
16 UE)
Themenzentrierte Selbsterfahrung
Körperorientierte Übungen
Reflexion der eigenen beruflichen Rolle in Bezug auf Biografie und Gegenwart
Einüben traumazentrierter Grundhaltungen und Beziehungsgestaltungen in Pädagogik und Beratung
(Hinweis: In den Richtlinien der DeGPT sind 32 UE für dieses Modul gefordert. Davon sind 16 UE im Rahmen des Kurses zu absolvieren. Die restlichen 16 UE können bis zum Abschluss des Kurses durch die nachgewiesene Teilnahme an anderen äquivalenten traumaorientierten Veranstaltungen wie Selbsterfahrung, Eigentherapie im Einzel- oder Gruppensetting sowie Supervisionen/Praxisreflexion mit integrierter Selbsterfahrung anerkannt werden. Die Entscheidung über die Anerkennung entsprechender äquivalenter Inhalte obliegt dem Weiterbildungsanbieter)
Dipl.-Psych. Gabriele Kluwe-Schleberger – Supervision
(24 UE)
Praxisbezogene Supervision mit Fallvorstellungen
Bildung von Intervisionsgruppen zur Vertiefung und Festigung der Lehrinhalte (nicht in Gesamtstundenzahl von 112 UE enthalten)
Abschlusskolloquium
(8 Unterrichtseinheiten)
Kollegiales Gespräch in Einzel- oder Gruppenform, das inhaltlich an drei Behandlungsfällen des jeweiligen Kandidaten orientiert ist.
Konkret sind zu erbringen: drei schriftliche supervidierte Fallarbeiten(nach vorgegebenem Schema), davon mindestens ein Fall videodokumentiert über mehrere Sitzungen.
Gesamtstunden: 112 UE
Dozententeam
Dipl.-Soz.Arb., Dipl.-Psych. Gabriele Kluwe-Schleberger
Psychologische Psychotherapeutin, Tiefenpsychologie als Einzel- und Gruppentherapie, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Hypno-Therapeutin, Übende Verfahren, eigene Niederlassung, Traumatherapeutin DIPT und DeGPT, Suchttherapeutin GSM, Lehrtherapeutin und –supervisorin an der Akademie für Psychotherapie Erfurt, EMDR-Supervisorin für Erwachsene, Kinder und Jugendliche, EMDR-Facilitatorin, Gründerin des ThüTZ
Yvonne Bierbrauer
Heilpädagogin, Zusatzqualifikation Traumafachberatung/-pädagogik, Grundschullehrerin, Erzieherin, Systemische Familientherapeutin, Tätigkeit in der stationären Kinder- und Jugendhilfe
Veranstalter
ThüTZ
Thüringer Trauma Netzwerk – Internationales Zentrum für Integrative Traumaarbeit
Ziegenplan 12
98530 Rohr
Tel.: 036844 30833
Fax: 036844 30834
Internet: http://www.thuetz.de
Ansprechpartner:
Büro Elke Preißler
Tel.: 03681 460081
Fax: 03681 460006
Mail: preissler-suhl@t-online.de
Anmeldung
Die Anmeldung ist schriftlich vorzunehmen und erst mit der Überweisung der Seminargebühr verbindlich. Sie erhalten eine Anmeldebestätigung. Wird die Anmeldung bis sechs Wochen vor Veranstaltungsbeginn storniert, werden die bereits gezahlten Kursgebühren abzüglich einer Bearbeitungsgebühr von 50 € erstattet. Erfolgt der Rücktritt später, kann eine Kostenerstattung nur erfolgen, wenn der Teilnehmer selbst nachweislich einen Ersatzteilnehmer wirbt.
Das Zertifikat kann nur an diejenigen Teilnehmer ausgehändigt werden, die alle Bestandteile des Curriculums absolviert haben. Teilabschlüsse von kooperierenden Instituten können anerkannt werden. Die Anerkennung wird im Einzelfall entschieden. Jedoch muss der überwiegende Teil des Curriculums während der Fortbildung des ThüTZ absolviert worden sein.
Kosten
Die Kosten bei Anmeldung für den Gesamtkurs betragen 1.888,00 €. Auf Anfrage kann eine Ratenzahlung gewährt werden. Bei Anmeldung für einzelne Module bzw. Seminartage betragen die Kosten 20 € pro UE (1 UE = 45 Minuten).
Im Preis enthalten sind die Seminarunterlagen und eine kleine Pausenverpflegung.
Bankverbindung für Überweisung der Seminargebühren
Genobank
BLZ 790 691 65
Kto. 1174614
Kontoinhaber: Gabriele Kluwe-Schleberger
Verwendungszweck: Name des Teilnehmers, Fachberaterkurs
Termine 2011
| Seminar T 1 | Seminar T 2 | Selbsterfahrung /Lerngruppe | Seminar T 3 | Supervision/Lerngruppe |
| 25./26.02.2011 | 13./14.05.2011 | 09./10.09.2011 | 07./08.10.2011 | 19.11.2011 |
Die Termine 2012 werden zu Beginn des Kurses bekannt gegeben.
Supervisionen
Die Termine für die Supervisionen, Lerngruppen und die Selbsterfahrung des Jahres 2012 werden zu Beginn des Fortbildungskurses vereinbart.
Die Supervisionen sind Gruppensupervisionen mit ca. sechs Teilnehmern pro Gruppe.
Auf Wunsch sind Einzel- oder Zweiersupervisionen möglich, jedoch werden hierfür zusätzliche Gebühren erhoben.