ThüTZ -Thüringer Trauma Netzwerk

News

Newsletter 1/2007

ThüTZlerInnen-Brief

An unsere Mitglieder, Freunde und Interessenten

Erfurt, 11. 11. 2007

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Freunde und Interessenten,

ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass am 13.10.2007 das Thüringer Trauma Netzwerk – Internationales Zentrum für Integrative Traumaarbeit e G i. Gr. (kurz ThüTZ eG i. Gr.) von uns aus der Taufe gehoben wurde.

Die derzeit 23 Mitglieder engagieren sich für eine ganzheitlich integrierte Traumabehandlung bei interdisziplinärer Beteiligung medizinischer, psychologisch-therapeutischer und pädagogischer Fachkräfte. Weitere Arbeitsschwerpunkte bilden Organisation und Durchführung einschlägiger Bildungs- und Qualifizierungsveranstaltungen nach neuestem Standard sowie Forschungsprojekte, die sich aus dem therapeutischen Alltag ergeben.

Mit Vorstandsaufgaben wurden Gabriele Kluwe-Schleberger (Psychotherapeutin) als Sprecherin, Sabine Seidel (Forstingenieurin) und Bernd Dreißigacker (Betriebswirt, Finanzbuchhalter) betraut.

Elviera Wolff (Kunsttherapeutin), Andreas Schröder (Rechtsanwalt) und Heike Olbricht (Logopädin) bilden den Aufsichtsrat.

Zur Beachtung und Betonung ethischer Grundsätze wurde zusätzlich eine Ethikkommission gewählt, der Yvonne Bierbrauer (Familientherapeutin, Traumafachberaterin, Phoenix Karuna (Heilpraktikerin, psychologische Beraterin BTB) und Grit Nagel (Kunsttherapeutin) angehören.

Die ThüTZ-Mitglieder sind derzeit in den Regionen Meiningen, Erfurt, Weimar und Altenburg mit ihren Praxen ansässig.

Das ThüTZ verfügt gegenwärtig über folgende, in der Praxis erprobte integrierte und integrative Traumabehandlungskonzepte:

  • für lern- und geistig behinderte Kinder und Jugendliche
  • für Kinder und Jugendliche
  • für Behinderte Traumatisierte
  • zur integrativen Traumabehandlung zur Vermeidung von Klinikeinweisungen
  • zur integrativen Traumabehandlung im Rehabilitationsbereich

Weiterbildungskonzepte und Curricula für die Bereiche:

Spezielle Psychotraumatherapie, Traumafachberater allgemein, Traumafachberater Trauma und Demenz, Traumafachberater Sucht. Alle Curricula sind nach den Richtlinien der DeGPT konzipiert und jeweils um notwendige Fachanteile erweitert. Es besteht zudem die Möglichkeit, sie als „in house“ Seminare zu buchen.

Zu unserem Konzept Ambulante integrative Psychotraumatherapie im integrierten Verbund stehen wir in Verhandlung mit Kostenträgern.

Über einen Besuch auf unserer Homepage: http://www.thuetz.de würden wir uns freuen.

Weitere Informationen

Medienwirkungsforschung

Das kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen beschäftigt sich u. a. mit Medienwirkungsforschung. Das Projekt Medien im Kindesalter begleitet Grundschüler in einer Mediensozialstation und beforscht Gewalterfahrungen und schulische Entwicklungen. Weitere Untersuchungen beschäftigen sich mit Zusammenhängen von Mediennutzung und Schulleistung, Alterseinstufung von Computerspielen und Fernsehberichterstattung über Gewaltkriminalität. Unter http://www.kfn.de/home.htm sind zahlreiche Forschungsberichte und Publikationen erhältlich.

Töten am Bildschirm – Studien belegen Auswirkungen von Computerspielen

Die Sendung Frontal 21 beschäftigte sich im August 2007 mit diesem Thema. „Immer brutaler, immer realitätsnaher - die Nachfrage nach Computergewaltspielen nimmt gerade bei Kindern und Jugendlichen nicht ab. Doch Wissenschaftler warnen: Das exzessive Eintauchen in die Welt des virtuellen Tötens macht gewalttätig“ schreibt der Autor Rainer Fromm. Näheres können Sie hier erfahren.

Malteser Traumanetzwerk für Flüchtlinge sucht Therapeuten und Dolmetscher

Das Traumanetzwerk der Malteser Werke engagiert sich für Vernetzung von Therapeuten, Psychologen und Fachärzten, die mit traumatisierten, überwiegend nicht deutschsprachigen Flüchtlingen arbeiten und wird vom Europäischen Flüchtlingsfond gefördert. Mehr als 550 Therapeuten und Dolmetscher sind bereits Teil des Netzwerks und weitere Unterstützerinnen und Unterstützer werden gesucht.

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.traumanetzwerk.de/

Unterstützung für Petition gegen Verjährung sexuellen Missbrauchs

Derzeit existiert im Zivilrecht eine Verjährungsfrist in Bezug auf sexuellen Missbrauch. Sie können für eine Petition an den Deutschen Bundestag stimmen, die fordert, diese Verjährungsbestimmung aufzuheben. Sowohl mit Unterzeichnung unter http://norbert.denef.com/petition als auch mit der Weitergabe dieser Information können Sie diese Initiative unterstützen. Der Initiator, Norbert Denef, ist unter 01716783621 bzw. unter http://norbert.denef.com erreichbar.

Bundesarbeitsgemeinschaft Prävention und Prophylaxe e.V.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Prävention und Prophylaxe e. V. (BAG Prä&Pro) ist ein in Berlin ansässiger Verein, der sich dem Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gewalt, insbesondere vor sexualisierter Gewalt, widmet. Neben Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit, beispielweise in einem Pädagogischen Fachinformationszentrum, werden auch Betroffene und Helfer von Fachleuten unterstützt. Auf die Fachzeitschrift „Prävention und Prophylaxe“ wurde bereits im ThüTZlerInnenbrief 1/2007 hingewiesen. Zudem erscheint die „Schriftenreihe gegen sexualisierte Gewalt“. Die BAG Prä&Pro arbeitet in einem bundesweiten Netzwerk und kooperiert darüber hinaus mit europäischen und südamerikanischen Fachleuten. Die informative Website des Vereins finden Sie unter http://www.praevention.org

Zu kostspielige Maßnahmen gegen zunehmende Gewalt unter Kindern

„Der Mix aus Kindertherapie, Elternberatung und Erzieher-Fortbildung brachte Psychoanalytikern im Feldversuch spektakuläre Erfolge,“ tituliert Martin Müller-Bialon im Leitartikel der Frankfurter Rundschau online. „Es kommt nicht allzu häufig vor, dass Wissenschaftler ihren Forschergeist auf aktuell drängende Fragen richten. Viel zu oft hat ihr Tun mit der konkreten Lebenswirklichkeit der Menschen eher wenig zu tun. Wie gut, dass die Leute vom Sigmund-Freud-Institut da eine Ausnahme bilden. Was sie herausgefunden haben, berührt Kernfragen des gesellschaftlichen Wandels. Leider sind es keine sehr ermutigenden Erkenntnisse. Die Gewalt unter Kindern nimmt zu, ebenso die Zahl verhaltensauffälliger Kinder. Und zwar immer öfter auch in Kreisen, die nicht zu den üblichen Risikogruppen zählen…“ (FR-online.de am 27.10.2007) Den vollständigen Artikel finden Sie hier

Erste World Vision Kinderstudie

Die erste Kinderstudie des Kinderhilfswerks World Vision liegt vor. Ein Wissenschaftlerteam aus Bielefeld unter Leitung von Prof. Dr. Hurrelmann und Prof. Dr. Andresen wurde zusammen mit TNS Infratest Sozialforschung, München, beauftragt, die Lebenssituation von Kindern in Deutschland zu untersuchen. Die Befragung von bundesweit etwa 1600 Kindern soll ein repräsentatives Bild von der Lebenssituation, Wünschen, Bedürfnissen und Interessen der jüngsten Generation in Deutschland ergeben. Im Ergebnis werden beispielsweise Aussagen zu Familienformen, Herkunftsschicht und Armutsrisiko, Schule, sozialer Integration, Fernsehkonsum und Freizeitaktivitäten getroffen. Näheres erfahren Sie hier

Aufklärung, Unterstützung, Hilfe bei „Slapping“ und „Stalking“

„Happy Slapping“ (engl. für “Fröhliches Schlagen) bezeichnet die Aufnahme willkürlicher Gewalttaten mit dem Fotohandy zur Verbreitung, beispielsweise im Internet. Ähnlich brutal und menschenverachtend sind sogenannte „Snuff-Videos“ (engl. to snuff out – jemanden auschlösen). Auch hier werden schwere und schwerste Gewalttaten gefilmt und verbreitet. Der Rat für Kriminalitätsverhütung des Innenministeriums Schleswig Holstein stellt im Internet neue Broschüren mit den Titeln „Happy Slapping“ und „Stalking“ zur Verfügung. Zu lesen sind u. a. Ursachen und Problemdarstellungen, Unterstützungsangebote und Möglichkeiten für Opfer, juristische und technische Aufklärung sowie präventive Ansätze.

Fortbildungen, Zusatzqualifiktationen, Veranstaltungshinweise

Zusatzqualifikation „Spezielle Psychotraumatherapie“ (DeGPT)

Das Angebot zur Fortbildung des ThüTZ im Bereich „Zusatzqualifikation Spezielle Psychotraumatherapie“ (DeGPT) finden Sie im Anhang. (Bitte entschuldigen Sie den inzwischen behobenen Tippfehler in der Sonderausgabe.)

Zusatzqualifikation

„Spezielle Psychotraumatherapie mit Kindern und Jugendlichen“ (DeGPT) der Vorstand der DeGPT hat Übergangsrichtlinien zum Erwerb des Zertifikats Spezielle Psychotraumatherapie mit Kindern und Jugendlichen

beschlossen, die sehr großzügig gestaltet wurden, um langjährig Tätigen in diesem Bereich die Möglichkeit eines Zertifikatserwerbs zu bieten.

Tagung in Merseburg: Kinder und Jugendliche mit Störungen des Sozialverhaltens in Psychiatrie und Jugendhilfe

Vom 13.03. – 15.03. 2008 findet die vierte Fachtagung „Kinder und Jugendliche mit Störungen des Sozialverhaltens in Psychiatrie und Jugendhilfe – Wohin mit den Aggressionen“ der Hochschule Merseburg und der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie statt. Weitere Informationen unter: http://www.juergen-benecken.de/sas/

Veranstaltung des Malteser Traumanetzwerks

Am 28. 02.2008 findet in Hemer (bei Hagen) eine Veranstaltung für in der Flüchtlingsarbeit Tätige statt, die Entstehung und Symptomatik von Traumatisierung und Posttraumatischer Belastungsstörung einschließlich Auswirkungen, Anwendung und Auswertung der KRI-Asyl-Checkliste, Nutzung des Netzwerkes sowie Psychohygiene für Helfende beinhaltet. Näheres unter: http://www.traumanetzwerk.de/

Workshop in Hamburg: Symbole als Interventionsstrategie in Beratung und Therapie

Wilfried Schneider veranstaltet Workshops zum Thema „Symbole als Interventionsstrategie in Beratung und Therapie“. Der 7. Workshop findet vom 24. bis 26.04.2008 in Hamburg, der 8. vom 16. bis 18.10.2008 in Stuttgart statt. Näheres finden Sie unter: www.schneider-therapiekoffer.de/workshops.htm

10. Jahrestagung der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT)

Zur 10. Jahrestagung unter dem Titel „Psychisches Trauma – körperliches Leiden“ ist DeGPT vom 22.05. – 25.05.2008 zu Gast in Basel. Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.trauma2008.ch

Fortbildung Psychodynamische Körperpsychotherapie

Vom 01.01. – 13.01.2008 findet in Bischofrod /Südthüringen das Einführungswochenende einer Fortbildung zur Psychodynamischen Körperpsychotherapie „Vom süßen Strömen der Lebensenergie“ statt. Näheres können Sie einem weiteren Anhang entnehmen.

Buchempfehlungen

Tagungsband: „Körper, Imagination und Beziehung in der Traumatherapie. Im Juni 2007 erschien der Tagungsband zum 6. Wiener Symposium „Psychoanalyse und Körper“: „Die Erkenntnisse der Neurobiologie im Allgemeinen und die der Psychotraumatologie im Speziellen haben die in den 90er Jahren dominierende Säuglingsforschung als das Psychotherapieschulen übergreifende, zentrale Thema abgelöst. Moderne Traumaforschung und -therapie kann mittlerweile als Musterbeispiel für ein multidisziplinäres Unterfangen angesehen werden, in dem verschiedene Wissenschaften – wie Psychoanalyse, Neurobiologie, Stressforschung, Humanethologie, Bindungsforschung u.a. – konstruktiv zusammenarbeiten. Die dabei angerissenen Fragen reichen weit und führen in letzter Konsequenz zu sehr allgemeinen Fragestellungen, wie jener nach der generellen Beschaffenheit von Bewusstsein und der Existenz eines freien Willens – Themen also, die unser Selbstverständnis und Weltbild existenziell berühren. In den vorliegenden Beiträgen dieses Buches wird der »State of Art« moderner Psychotraumatologie v.a. aus praktischer Perspektive aufgezeigt.“ (01.11.07)

Ch. Geißler, P. Geißler, O. Hofer-Moser (Hrsg.): „Körper, Imagination und Beziehung in der Traumatherapie“; edition psychosozial (2007); ISBN-13: 9783898067010, ISBN-10: 3-89806-701-7; Preis: 32,00 €

Neuerscheinung: „Frühes Trauma und Strukturdefizit“

Nach 15-jähriger Entwicklung der Theorie und vielfacher Praxiserprobung stellt die Autorin Dr. Renate Hochauf ein umfassendes Traumatherapiekonzept mit zahlreichen fachspezifischen Neuheiten vor. Sie integriert neue Erkenntnisse der Säuglingsforschung, der Neurowissenschaften und der Psychotraumatologie und hinterfragt kritisch traditionelle psychotherapeutische Ansätze. Der Schwerpunkt liegt bei frühen Traumatisierungen, deren besondere Behandlung die Autorin ausführlich erläutert. Sie beschreibt, wie sich Traumarekonstruktion behutsam und sorgfältig beispielsweise mit Hilfe von Imaginations- und Körperwahrnehmungstechniken vornehmen lässt. Anhand von Fallbeispielen zeigt sie auf, wie sich auch bei pränatalen Traumaereignissen eine Reduktion der Symptome und oft auch eine Heilung erreichen lässt.

Aus dem Inhalt:

  • Strukturelle Störung und Psychogenese
  • Balancierung prozessinterner Bewegungen: Prozessparameter
  • Die Phase der kontrollierten Regression: Arbeit am Traumaschema
  • Traumaspezifische Übertragungsinterventionen
  • Strukturreifung: Arbeit an der Traumaintegration

Aus dem Vorwort von Prof. Gottfried Fischer, Universität Köln:
„…Sie präsentiert ein neues umfassendes Traumatherapiekonzept, das den immensen Wissenszuwachs der modernen entwicklungspsychologischen und bindungstheoretischen Forschungen, der Neurowissenschaften und der Psychotraumatologie einbezieht. Sie verbindet das tradierte Prozessverständnis der Psychoanalyse mit neuen konzeptionellen Ansätzen..."

Aus dem Vorwort von Prof. Dr. Alfons Reiter, Universität Salzburg:
„… Frau Hochauf nimmt den Leser mit auf den Weg ihrer Erkenntnisbildung. In ausführlichen Kasuistiken belegt sie ihre theoretischen Ableitungen. Der Leser kann die einzelnen Schritte nachvollziehen und den Gewinn daraus für die eigene therapeutische Praxis nutzen. Das Buch ist eine Pflichtlektüre für alle, die sich mit Früh-, bzw. Persönlichkeitsstörungen beschäftigen. ..."

Dr. Renate Hochauf: „Frühes Trauma und Strukturdefizit - Ein psychoanalytisch-imaginativ orientierter Ansatz zur Bearbeitung früher und komplexer Traumatisierungen.“; Asanger (2007); ISBN: 3-89334-485-7; Preis: 29,00 €

Vielen Dank für Ihr Interesse am ThüTZlerInnenbrief 02/2007.

Mit freundlichen Grüßen

Dorit Hilse

im Auftrag des Vorstandes der ThüTZ e G i. Gr.

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realisierung: hypertexxt
Stand: 14.11.17