Spezielle Psychotraumatherapie (DeGPT)
(ThüTZ-Curriculum Spezielle Psychotraumatherapie)
Die Fortbildung ist durch die Ostdeutsche Psychotherapeutenkammer akkreditiert. Pro Seminartag (10 UE) erhalten Sie 10 Fortbildungspunkte.
Leitung:
Dipl.-Psych., Dipl.-SozArb. Gabriele Kluwe-Schleberger (Leiterin ThüTZ Rohr)
Das ThüTZ-Curriculum umfasst sechs inhaltlich in sich abgeschlossene Module. Zum ThüTZ-Curriculum gehören neben den Seminaren Supervisionen (20 UE) und das Abschlusskolloquium. Das Curriculum umfasst mithin insgesamt 170 UE. Die im Curriculum enthaltende EMDR-Ausbildung (40 UE) wird extern am EMDR-Insititut Bergisch Gladbach durchgeführt.
Modul 1: Theoretische Grundlagen (20 UE)
- Geschichte der Psychotraumatologie
- Neurobiologie
- Überblick zu traumaspezifischen Behandlungsverfahren
- Behandlung durch Psychopharmaka
- Überblick zum Stand der Forschung
- Traumaspezifische Diagnostik (mind. 3 Testverfahren, Interview und Fragebogen)
- Besonderheiten des Traumagedächtnisses
- Verhinderung erneuter Viktimisierung
- Spezifische Traumatisierungen
- Epidemiologie und komorbide Störungen
- Relevante juristische Grundkenntnisse (z.B. Opferschutzgesetze)
Modul 2: Techniken zur Stabilisierung und Affektregulation (20 UE)
- Kognitive Techniken
- Imaginativ-hypnotherapeutische Techniken
- PITT, Neurolaterale Imaginative Traumatherapie (NLITT)
Modul 3: Traumabearbeitung (überwiegend bezogen auf non-komplexe PTBS) (30 UE)
Evidenzbasiertes traumabearbeitendes Erstverfahren / Technik (Evidenzstufe Ia nach Cochrane) in Theorie (Krankheitsmodelle, Indikation, Kontraindikation, Differentialindikation) und Praxis
Verfahren (Erstverfahren): Zur Zeit sind Ia-Techniken verhaltenstherapeutische und kognitive Ansätze oder EMDR. Eines dieser Verfahren soll ausführlich vermittelt werden, ein anderes im Überblick. Das ThüTZ-Curriculum SPTT wählt in Zusammenarbeit mit dem EMDR-Institut EMDR als ausführlich zu vermittelndes Erstverfahren (20 UE - extern)
Als zweites Verfahren werden im Überblick verhaltenstherapeutische Verfahren im Seminar vorgestellt
Modul 4: Behandlung akuter Traumatisierungen und Krisenintervention (10 UE)
- Phasenverlauf und Erscheinungsbilder akuter Traumatisierungen
- Traumaspezifische Krisenintervention
- Unterstützung natürlicher Verarbeitungsprozesse
- Verhinderung von Folgetraumatisierungen
- Kritischer Einsatz von Akutinterventionen
- Darstellung von Vorgehensweisen;
- Gesprächsführung
- Umgang mit Phänomenen bei akuter Belastungsstörungen (z.B. Dissoziation)
- Diagnostik und Behandlung von akuter Belastungsstörung und Risikopopulationen
- Kooperation mit Opferhilfeorganisationen und Diensten/Netzwerken vor Ort
5. Behandlung komplexer PTBS / Behandlung von DESNOS (60 UE)
Evidenzbasierte Verfahren (Evidenzstufe II-III nach Cochrane)
Die Behandlungskonzepte für komplexe PTBS sind stark in der Entwicklung begriffen. Bei diesem Modul geht es vor allem um gestufte und gut steuerbare Verfahren der Konfrontation mit dem Erlebten sowie die Veränderung dysfunktionaler Affekte und Kognitionen. Kriterium ist, dass das Verfahren manualisiert ist, eingehend und detailliert beschrieben wurde und klinische Akzeptanz besitzt. Eines dieser Verfahren soll ausführlich, ein anderes im Überblick vermittelt werden.
Verfahren 1: EMDR (externe Ausbildung am EMDR-Institut, 20 UE)
Verfahren 2: Verhaltenstherapeutische Verfahren
Inhalte dieses Moduls sind die besonderen Anforderungen bei:
- Beziehungsgestaltung
- Stabilisierung
- Traumabearbeitung und Integration
- Informationen zu den Folgen schwerer interpersoneller Gewalt, vor allem im Kindesalter
- Überblick über Grundlagen dissoziativer Störungsbilder und Verfahren der Behandlung
Modul 6: Selbsterfahrung und Psychohygiene (10 UE)
Psychohygiene für Psychotherapeuten: Selbstdiagnose von sekundärer Traumatisierung und Burnout, Verfahren zum Selbstschutz für Behandler
Supervision (20 UE)
Supervision eigener Behandlungsfälle (wenn möglich videodokumentiert) durch von der DeGPT und Instituten anerkannte Supervisoren (u.a. Indikationsstellung und Behandlungsplanung) in Einzelsetting oder Gruppen (max. 6 Teilnehmer bei Blocks von mindestens 4 UE).
Abschlusskolloquium
Kollegiales fallbezogenes Gespräch in Einzel- oder Gruppenform, das inhaltlich an zwei Behandlungsfällen des jeweiligen Kandidaten orientiert ist.
Als Voraussetzung für die Zulassung zum Abschlusskolloquium sind sechs dokumentierte und supervidierte Behandlungsfälle (Kurzfassung) mit unterschiedlichen Störungsbildern (Vollbild PTBS, Komplexe Traumatisierung u.a. nach Kindheitstrauma und - wenn möglich - Akuttraumatisierung) im Umfang von mind. 50 Stunden, von denen 4 Behandlungsfälle eine volle Diagnostik (einschließlich mind. drei traumaspezifischer Testverfahren) beinhalten müssen und zwei dem Abschlusskolloquium zugrunde gelegt werden.
Dipl.-Psych. Gabriele Kluwe-Schleberger
(Leitung)
http://www.psychotherapie-gaby-kluwe-schleberger.de
Dr. phil. Renate Hochauf
Dipl.-Psychologin, Fachpsychologin der Medizin, Analytikerin, Traumatherapeutin, eigene Niederlassung; lehrtherapeutische Dozentin der MGKB, Dozentin des Dt. Institutes für Psychotraumatologie (Prof. Dr. Gottfried Fischer, Köln), seit 1991 intensive wissenschaftliche therapeutische Auseinandersetzung mit traumatherapeutischen Aspekten besonders bei strukturellen Störungen
Dr. med. Arne Hofmann
http://www.emdr-institut.de/
Facharzt für Psychotherapeutische und Innere Medizin, Leiter des EMDR-Insituts Deutschland, Ausbilder für EMDR, Vorstandsmitglied
der deutschsprachigen Fachgesellschaft für Psychotraumatologie und der deutschen Sektion der International Society for the
Study of Dissociation (ISSD), Mitglied des Wissenschaftlichen Komitees der Internationalen Fachorganisation für EMDR (EMDRIA),
Vize-Präsident der Europäischen Organisation für EMDR, Vorstandsmitglied des Wissenschaftlichen Ausschusses von EMDRIA-Deutschland
Prof. Dr. med. Günter H. Seidler
Leiter der Sektion Psychotraumatologie an der Klinik für Psychosomatische und Allgemeine Klinische Medizin im Zentrum für
Psychosoziale Medizin an der Uniklinik Heidelberg, Arzt für Neurologie und Psychiatrie sowie Arzt für Psychotherapeutische
Medizin, Kontroll- und Lehranalytiker, Gruppenlehranalytiker und EMDR-Supervisor
Veröffentlichungen: Blick des Anderen. Eine Analyse der Scham (1995), Intersubjektivität und gesundheitliche Besserung (1999),
Aktuelle Entwicklungen in der Psychotraumatologie (2003), Verletzte Seelen (2005)
Gründungs- und Chefherausgeber der Fachzeitschrift : Trauma und Gewalt. Forschung und Praxisfelder (Klett-Cotta)
Dipl.-med. Natascha Unfried
Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Psychotherapeutin,Traumatherapeutin DIPT Köln Chefärztin des Sozialpädiatrischen Zentrum Chemnitz der Ambulanten Diagnostik- u. Therapiezentrum GmbH am Klinikum Chemnitz
Dr. med. Helgard Unger
Fachärztin für Anästhesie und Intensivmedizin, Anerkennungen in spezieller Schmerztherapie und spezieller Intensivmedizin, Chefärztin für Anästhesie und Chefärztin für Schmerzambulanz im Klinikum Meiningen
Dipl.-Psych. Irina Vogt
www.leipzigerakademie.de
Leipziger Akademie für Ganzheitliche Psychotherapie gGmbH, Tiefenpsychologische Therapeutin in eigener Praxis, spezielle Ausrichtung
in Theorie und Praxis zur Behandlung von dissoziativen Störungen sowie Traumpatienten, Einzel- und Gruppentherapeutin mit
eigenen Vorgehensweisen bei der körperbezogenen ganzheitlichen Arbeit mit Symbolisierungsmedien als Übergangs-Übertragungs-Objekte
sowie mit EMDR und anderen Bearbeitungstechniken
Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Ralf Vogt
www.leipzigerakademie.de
Leipziger Akademie für Ganzheitliche Psychotherapie gGmbH, Tiefenpsychologischer u. analytischer Psychotherapeut (MIP), Therapeut
für Familien- u. lösungsorientierte Kurztherapie (NIK), Katathymes Bilderleben (MGKB), Analytischer Körperpsychotherapeut
(DGAPT), arbeitet als Einzel- und Gruppentherapeut seit Jahren zum eigenen Konzept der Übergangs-Übertragungs-Objekte als
ergänzende Symbolisierungsmedien im Rahmen eines ganzheitlichen Therapiekonzeptes. Veröffentlichung von mehreren Buchpublikationen
zu o .g. Fachbereichen
Dr. Alina Wilms
Struktur

* UE = Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten
** Termine werden individuell vereinbart.
*** Angewandte Methoden: Folienvortrag, Arbeiten mit Videos, Rollenspiele, Einzel-, Paar- und Gruppenübungen u.a.
Zulassungsvoraussetzung
Voraussetzung für den Erwerb der Zusatzqualifikation Spezielle Psychotraumatologie sind eine vollständige Aus- und Weiterbildung in einem anerkannten Psychotherapieverfahren und die Approbation.
Kosten
Die Kosten pro Seminar (= 20 UE) betragen 360 €. Im Preis enthalten sind kleine Pausenverpflegungen und Seminarunterlagen. Der Gesamtpreis für die Seminare am ThüTZ (= 110 UE) beträgt demnach 1980 €. Zusammen mit den Kosten für die Supervision (20 UE à 24 € = 480 € bei sechs Personen) und die Prüfung/das Abschlusskolloquium (180 €) belaufen sich die Kosten auf 2640 €. Hinzu kommen die Kosten für die externe Ausbildung am EMDR-Institut (40 UE).
Anmeldung
Die Anmeldung ist schriftlich vorzunehmen und erst mit der Überweisung bzw. dem Eingang eines Verrechnungsschecks verbindlich. Sie erhalten eine Anmeldebestätigung. Die Rücktrittsgebühr beträgt 50 € bis vier Wochen vor Beginn des Gesamtkurses. Erfolgt der Rücktritt später, wird der gesamte Betrag fällig, es sei denn, der Platz kann noch während des Kurses neu besetzt werden.
Kursort
Praxis G. Kluwe-Schleberger
98530 Rohr
Ziegenplan 12
Ausnahme EMDR-Ausbildung:
EMDR-Institut Deutschland
Inh. Dr. Arne Hofmann
Junkersgut 5a
51427 Bergisch Gladbach
Fax: 02204/963182
Tel.: 02204/25866
E-Mail: info@emdr-institut.de
http://www.emdr-institut.de
Termine
Modul 3 „Verhaltenstherapie bei nonkomplexen PTSB“ (10 UE)
Termin: 12./13.02.2010
Zeiten. Freitag 13-19 Uhr, Samstag 9-11.15 Uhr
Dozentin: Dipl.-Psych. Gabriele Kluwe-Schleberger
Ort: Praxis Kluwe-Schleberger 98530 Rohr Ziegenplan 12
Kosten: 200 €
10 Fortbildungspunkte der OPK
Modul 5: Behandlung komplexer PTSB / DESNOS (40 UE)
Termin: 19./20.03.2010 und 16./17.04.2010
Zeiten. Freitag 11-20 Uhr, Samstag 9-18 Uhr
Dozentin: Dipl.-Psych. Gabriele Kluwe-Schleberger
Ort: Praxis Kluwe-Schleberger 98530 Rohr Ziegenplan 12
Kosten: 800 €
40 Fortbildungspunkte der OPK